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Die Saite

Gewicht

Die Frage welches Gewicht und welche Saite hängt von der Spielweise und des gespielten Schlägers ab. Nicht zu vergessen, das persönliche Gefühl. Das Gewicht der Bespannung wird in Kilo ausgedrückt. Für gewöhnlich werden Schläger gleichmäßig bespannt. Das heißt die Längs- und Quersaiten mit dem gleichen Gewicht. Doch bei vielen Schlägern ist es zu empfehlen die Längssaiten mit einem höheren Gewicht zu bespannen. Das liegt daran, dass sie einfach länger sind. Man stelle sich zwei Wäscheleinen vor. Die eine Leine ist über eine Länge von zwei Metern gespannt, die andere von fünf Metern. Bei welcher Leine ist es wohl leichter sie in der Mitte herunterzuziehen? Natürlich bei der fünf Meter langen Leine. So verhält es sich auch bei den Längs- und Quersaiten der Schlägerbespannung. Das kann zum Zeitpunkt des Auftreffens des Balles auf die Schlägerfläche (Trampolineffekt) ein Ungleichgewicht bedeuten. Um dieses auszugleichen ist es empfehlenswert die Längssaite mit einem Kilo mehr zu bespannen als die Quersaite. Bei der Angabe des Gewichtes wird erst das Längs- und dann das Quersaitengewicht angegeben. Z.B. 27/26, d.h. 27 Kilo längs, 26 Kilo quer.

 

Zur Bestimmung des Gewichtes gilt es zudem einige Grundregeln zu beachten:

  • 1. Hohes Gewicht = mehr Kontrolle aber weniger Ballgefühl und weniger Power
  • 2. Niedriges Gewicht = weniger Kontrolle aber mehr Ballgefühl und mehr Power

Diese Regeln lassen sich durchaus logisch nachvollziehen, wenn man sich den Trampolineffekt vor Augen hält. Ratsam ist es sich innerhalb der vom Hersteller vorgegebenen Gewichtsangaben zu bewegen. Nur wenn man einen merklichen Nutzen davon hat, sollte man diese Angaben übergehen.

Ein weiterer Aspekt ist die Ausholbewegung und der Schwung. Bei einem schnellen Bewegungsablauf, kann man mehr Wert legen auf die Kontrolle und den Schläger härter bespannen, da die Power aus der Bewegung heraus erzielt wird. Bei einem langsamen Schwung holt man durch eine weichere Bespannung die fehlende Power heraus. Denken wir an den Trampolineffekt, so kann man sich vorstellen, dass Schläger mit einer großen Schlagfläche wie die Oversize- und Widebody-Schläger schon von sich aus mehr Power erzeugen. Darum kann auch hier eine härtere Bespannung von Vorteil sein.

Die Seite

Jede Saite besitzt ausgeprägte Eigenschaften. Sie kann aufgrund ihrer Beschaffenheit sehr haltbar sein. Ist sie sehr elastisch, so sorgt sie für mehr Ballgefühl. Im anderen Falle verliert sie nicht so schnell ihre Bespannungshärte. Welche Eigenschaften sie besitzt hängt also entscheidend vom Typ der Saite, sowie auch ihre Dicke ab. Eine dicke Saite ist haltbarer aber nicht so elastisch.

Saitentypen

Welche Typen Saiten gibt es nun? Man unterscheidet Naturdarm- und Kunstsaiten.

Naturdarmsaiten werden aus Kuhdärmen hergestellt. Sie genießen immer noch den Bonus herausragender Spieleigenschaften. Sie sind äusserst elastisch und bewirken eine hohe Ballbeschleunigung. Dennoch geht der Absatz der Hersteller zurück. Das liegt an den entscheidenden Nachteilen dieser Saiten. Sie sind sehr witterungsempfindlich und sehr teuer. Babolat ist einer der grössten Hersteller von Naturdarmsaiten. Kunstsaiten erfreuen sich einer immer grösseren Beliebtheit. Selbst wichtige ATP-Grössen wie Kuerten oder Safin spielen Kunstsaiten. Kunstsaiten (auch Synthetiksaiten genannt) werden in ihren Spieleigenschaften den Naturdarmsaiten immer ähnlicher. Bestechen jedoch mit Vorteilen wie längere Haltbarkeit, Unempfindlichkeit gegen Witterung und wesentlich günstiger in der Anschaffung.

Die gängigste Kunstsaite ist die Nylonsaite. Sie besteht aus einem einfaserigen Nylonkern und einer Ummantelung. Jeder Hersteller rühmt sich mit einer eigenen, in sich einzigartigen Ummantelung. Dennoch lassen sich Nylonsaiten nicht unbedingt empfehlen, da der Spielkomfort nicht den Erwartungen entspricht. Einer der bekanntesten Hersteller von Nylonsaiten ist die Firma Prince.

Die Polyestersaite löst mehr und mehr die Nylonsaite an der Spitze ab. Sie besteht aus einer Faser. Sie sind sehr haltbar und witterungsunempfindlich, aber dafür auch steif und unelastisch. Polyestersaiten glänzen mit einer hohen Ballbeschleunigung. Viele Firmen wie Kirschbaum, Babolat, Atlanta oder Pacific stellen Polyestersaiten her. Teilweise auch mit angerauhter Oberfläche. Zum Beispiel die Poly Rough von Atlanta oder die Super Smash Spiky von Kirschbaum. Sie sorgen für mehr Spin.

Die Nachahmung der Darmsaite brachte neuartige Konstruktionen mit sich. Viele dünne Einzelfasern werden auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden, verdrillt und ummantelt. Sogenannte Multifilamentsaiten. Sie sind in der Tat sehr elastisch und gut zu spielen, aber längst nicht so haltbar. Sie reißen schnell und sind in der Anschaffung sehr teuer. Tecnifibre war Pionier dieser Entwicklung. Auch Pacific hat viele dieser Saiten in ihrem Sortiment. Pacific stellt auch eine Saite her, die auf einem eigenen Patent basiert. Die Hyper Twist. 1.200 Fasern verdrillt und ummantelt. Sie lässt sich sehr gut spielen, hält aber nicht dauerhaft. Zudem ist sie sehr teuer.

Titansaiten sind eine neue Stufe der Entwicklung. Nylon- oder Multifilamentsaiten werden mit einer Titaniumschicht überzogen. Sie schützt die Saite und hält länger die Spannungshärte. Wilson, Babolat und selbst Kirschbaum bieten solche Saiten an. Sie sind jedoch sehr unterschiedlich spielbar. Während Wilson Titanium sehr steif ist, ist die Kirschbaum Touch Titanium sehr elastisch. Jedoch verliert die Touch schnell ihre Bespannungshärte und man hat das Gefühl, dass sie sehr glatt ist. 

Die beste Saite zu finden ist auch eine Frage des Testens. Man muss experimentieren. Aber anfangs reicht es, sich über die eigene Spielweise Gedanken zu machen. Spielt man viel Spin? Dann wäre eine strukturierte oder angerauhte Saite sinnvoll. Spiele ich Powertennis? Sozusagen der „Prügler auf dem Platz“...dann auf jeden Fall eine dickere Saite. 1,3 bis 1,35mm. Man muss sorgfältig abwägen.

Saitenstärke

Die Saitendicke reicht von 1,10 bis 1,40 mm. Die gängigste Stärke ist die 1,30mm.
Generell gelten auch hier Regeln:

  • 1. Dicke Saite = geringe Elastizität, höhere Haltbarkeit, weniger Spin
  • 2. Dünne Saite = höhere Elastizität, geringere Haltbarkeit, mehr Spin

Und ausserdem...

Wie oft muss ich nun die Bespannung auffrischen? Nun, das hängt wieder von vielen Aspekten ab. Wie häufig spiele ich? Welche Spielweise habe ich (Prügler)?
Welche Saite spiele ich? Naturdarmsaiten halten in der Tat nicht sehr lange.

Profis wechseln ihre Naturdarmbespannung teilweise nach jedem Match. Wer nun unbedingt Naturdarmsaiten spielen will, der sollte ausprobieren, ob er mit Saitenschutzlack oder Saitenschonern spielen kann. Babolat stellt sogenannte Elasto Cross her, die zwischen die Längs- und Quersaiten platziert werden. Bei Pete Sampras oder auch Rafter kann man hin und wieder beobachten, dass sie Elasto Cross zwischen die Saiten schieben. Sie schonen die Saiten, da sie die Reibungen verringern. Zudem wird die Bespannung steifer und man stellt eventuell eine Zunahme des Spins fest. 

Kopfschutzbänder sind Klebebänder, die am Kopf des Schlägers angebracht werden. Sie schützen die Saiten die über den Schlägerrand hinausschauen. So werden sie nicht angegriffen, wenn der Schläger mal über den Boden kratzt. Diese Bänder sind aber nur dann sinnvoll, wenn man wirklich herausstehende Saiten hat. Es sei denn man möchte die „Alterskratzer“ am Schläger kaschieren.

Vibrationsdämpfer

Der Amerikaner Albert Brown Hilton erhielt 1928 das deutsche Patent für eine Dämpfungshülse aus elastischem Gewebe. Sie wurde an den untersten zwei Quersaiten angebracht. 1964 brachte René Lacoste einen ringförmigen Vibrationsstop auf den Markt, der zwischen den Saiten eingeklemmt wurde. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Formen von Vibrationsdämpfern. Ringe, Bänder (beliebtes Mittel von Agassi), Schlangen,...
Angebracht werden Dämpfer generell unterhalb der untersten Quersaite und dann mittig. Anders ist es wenig sinnvoll und nicht zulässig.

Was bewirken denn nun Dämpfer? Sie fangen Schwingungen ab. Allerdings lediglich die Saitenschwingungen, nicht die Rahmenschwingungen. Da Saitenschwingungen rund 650 Hertz betragen und Rahmenschwingungen zwischen 100 und 180 Hertz, ist ihre Masse im Verhältnis zum Rahmen einfach zu klein, und die Frequenz des Rahmens zu niedrig. Des weiteren verstummt das klirrende Geräusch beim Schlagen. Viele Spieler empfinden es als sehr störend. Gerade bei Schlägern, die aus steifem Material hergestellt werden wie Carbon oder Graphit werden verstärkte klirrende Geräusche registriert. Die gängigsten Dämpfer sind wohl die Dunlop Vibration Absorber. Kleine quadratische Vibrastops.